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Johannes Kepler – Auszüge

Johannes Kepler – Auszüge

Auszug aus dem vierten Buch der Weltharmonik (1619): „…Die reine Harmonie jedoch, die von sinnlichen Trägern losgelöst ist, ist in ihrer Art stets ein und dieselbe. So ist beispielsweise die Art von Harmonie, die aus der doppelten Proportion entsteht, ein und dieselbe. Wenn sie in Tönen auftritt, heißt sie Oktav; wenn in den Strahlungen (gedachte Linien von Himmelskörpern zum Betrachtungsort Erde, d.h. Mittelpunkt; Anm. d. Verfassers), redet man von Opposition (180° vom Kreis, Anm. d. Verfassers). Und zwar kann sie im musikalischen System eine obere oder eine untere, eine höhere oder tiefere sein, eine Harmonie von menschlichen Stimmen oder von Tönen, die durch Instrumente erzeugt werden. Ebenso ist ihre Erscheinung in der Meteorologie mannigfaltig; sie kann eine Opposition von Saturn und Jupiter oder eines anderen Planetenpaares sein…“

verlorene Zeit

„Nein, Momo“, erwiderte Meister Hora,“diese Uhren sind nur eine Liebhaberei von mir. Sie sind nur höchst unvollkommene Nachbildungen von etwas, das jeder Mensch in seiner Brust hat. Denn so wie ihr Augen habt, um Licht zu sehen, und Ohren, um Klänge zu hören, so habt ihr ein Herz, um damit die Zeit wahrzunehmen. Und alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so verloren, wie die Farbe des Regenbogen für einen Blinden oder das Lied eines Vogels für einen Tauben. Aber es gibt leider blinde und taube Herzen, die nichts wahrnehmen, obwohl sie schlagen“

Momo – Michael Ende 1973

 

Kepler Zitate – Kepler Quotes

Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.

The solids wouldn´t be beautiful if they did not move.
(Johannes Kepler)

Wir fragen ja auch nicht, welchen Nutzen sich das Vöglein vom Singen erhofft. Wir wissen, Singen ist ihm eben eine Lust, weil es zum Singen geschaffen ist. Ebenso dürfen wir nicht fragen, warum der menschliche Geist so viel Mühe aufwendet, um die Geheimnisse des Himmels zu erforschen. Unser Bildner hat zu den Sinnen den Geist gefügt, nicht bloß damit der Mensch seinen Lebensunterhalt erwerbe…, sondern auch dazu, dass wir vom Sein der Dinge, die wir mit den Augen betrachten, zu den Ursachen des Seins und Werdens vordringen, wenn auch weiter kein Nutzen damit verbunden ist. (Johannes Kepler)